Baudokumentation · Allgemeine Baugallerie · 14. November 2005 « Seite zurück
 
 

Minis erster Besuch beim großen Bruder

Es war ein äußerst haariger Umzug: Der fragile Mini-Tivoli wurde an diesem trüben Novembertag daheim komplett abgebaut und ziemlich genau 500 Meter weiter wieder aufgebaut. Ziel: Alemannias Presseraum unterhalb des Tivolis, der ja bekanntlich großer Bruder unseres Minis ist. Dort sollte der Baustand des Stadionmodells der Presse vorgestellt werden, ein Termin, zu dem die optimistisch-fußballsprachliche Wasserstandsmeldung "Halbzeit am Mini-Tivoli" ausgegeben wurde. Nachdem wir das zerbechliche Modell fast im Schritttempo zur Krefelderstraße befördert hatten, empfing uns dort im Presseraum ein überaus hilfsbereiter Hausmeister Horst Krause, der flugs die gewohnte Anordnung des Mobiliars umschob, bis für unseren Mini der optimale Unterbau gefunden war.

Doch das Schwitzen hatte sich gelohnt. Denn es kamen nicht allein Pressevertreter; es hatten sich auch Freunde und Unterstützer eingefunden, wie etwa Industriedesigner Norbert Corsten (cadfile), Michael Hünerbein (Modellbahn Hünerbein), Torsten Rehberg (todo IT) oder Achim Rodtheut (Do it soccer university). Und vor allem die "Alemannia-Familie" ließ sich nicht lumpen, allen voran Alemannia Präsident Horst Heinrichs, der trotz Stau im Terminkalender Zeit für den Mini-Tivoli gefunden hatte. Nun, ihm gegenüber hatten wir bei einer ersten Zusammenkunft immerhin zwei Dinge versprochen: Wir wollten beharrlich weiterbauen und ihm beim nächsten Treffen eine Miniaturversion seiner selbst nebst Gattin übergeben. An diesem Abend konnten wir unser etwas vollmundiges Versprechen einlösen. Da war er, unser Baufortschritt, ach ja, und den Präsidenten en miniature nebst Begleitung hatten wir ebenfalls dabei (Foto unten auf der Seite). Dass Professor Heinrichs dann die Miniaturen feinmotorisch auf die Sparkassentribüne zu kleben wusste, ohne einen Meteoriteneinschlag unter der Sparkassen-Uhr zu provozieren, löste einen ersten ernstgemeinten Applaus der Anwesenden aus. Auch sonst dürfen wir sagen, dass uns der Professor durch seine sympathischen Aufmunterungen zu einem echten "Spiritus Rector" auf diesem modellbauerischen Marathon geworden ist.

Ebenso efreut waren wir aber auch über Interesse und Lob aus dem Team: Dieter Hecking, Alex Klitzpera, Reiner Plaßhenrich, Goran Sukalo und Kristian Nicht hatten sich vom nahgelegenen Trainingsplatz zum Mini-Tivoli begeben, um sich diese Miniatur ihres Arbeitsplatzes einmal näher zu betrachten. Und das beweist wohl nachdrücklich, dass nicht nur Fans vom Tivoli nicht genug bekommen können. Interessant war an diesem Abend eigentlich auch zu hören, dass jeder, egal ob Spieler oder interessierter Betrachter, beim Anschauen des Modells spontan Assoziationen zu eigenen Momenten am Tivoli äußerte und darüber bald ein reger Meiungsaustausch entstand. "Ja, da stehe ich immer" oder "da oben, das bin wohl ich?" und "hier haben wir schon viele tolle Momente erlebt". Das zeigt uns einmal mehr, wie groß die emotionale Wirkung eines dreidimensionalen konkreten Modells trotz aller virtuellen Realitäten noch immer ist. In jedem Fall hat uns dieser Halbzeit-Abend beim großen Bruder Tivoli viel Auftrieb für die nächsten 45 Minuten, pardon,  Wochen (o. Gewähr) gegeben. So hat dann Mini schon wieder etwas vom Maxi erhalten.

Nach diesem Presstermin steht schon der nächste Auftritt unseres Taschen-Tivolis an und zwar gleich bei ganz vielen Vorbildern, nämlich bei den Fans. Im Januar soll es den ersten Figuren-Workshop geben, bei dem dann Kreativität angesagt ist. Und dass davon jede Menge bei unseren Leuten vorhanden ist, davon sind wir fest überzeugt.

Ralf Gellings

Fotos: Mit freundlicher Genemigung von Markus Schuldt (AZ) / Marcel Decoux

Blick über die "Überdachte" zum WüWa

Flutlichtmast an der Ecke Würselener Wall - "Überdachte".

Wenn auch nur provisorischer Rollrasen unter den Modulen ausgelegt ist, erkennt man recht gut das Zusammenspiel der Tribünen. Im Hintergrund leuchten die Bengalos der S-Block-Fans.

Flutlicht an der Ecke WüWa-Überdachte

Blick in den Tivoli. Daß die obere Lichtreihe des Masten nicht leuchtet, liegt übrigens nicht daran, dass die Alemannia die Stromrechnung nicht bezahlt hat, sondern ist einem harmlosen "Wackler" zu verdanken.

Fehlt noch der Aachener Wall, dann sind die Tribünenmodule bis auf Detailarbeiten fertiggebaut.

Nacht am Mini-Tivoli: Blick durch die Einlasstore der "Überdachten". Im Hintergrund die beleuchtete Sparkassentribüne. In der "Unterwelt" sind die Zuleitungen für den Rauchgenerator und die Verkabelung der Lichteffekte zu sehen.

Deutschlands erster Vereinspräsident im Modellbahn-Maßstab: Professor Horst Heinrichs mit Gattin Helga.

 
 
 
 
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