Es war ein äußerst haariger Umzug: Der fragile Mini-Tivoli wurde an diesem trüben Novembertag daheim komplett abgebaut und ziemlich genau 500 Meter weiter wieder aufgebaut. Ziel: Alemannias Presseraum unterhalb des Tivolis, der ja bekanntlich großer Bruder unseres Minis ist. Dort sollte der Baustand des Stadionmodells der Presse vorgestellt werden, ein Termin, zu dem die optimistisch-fußballsprachliche Wasserstandsmeldung "Halbzeit am Mini-Tivoli" ausgegeben wurde. Nachdem wir das zerbechliche Modell fast im Schritttempo zur Krefelderstraße befördert hatten, empfing uns dort im Presseraum ein überaus hilfsbereiter Hausmeister Horst Krause, der flugs die gewohnte Anordnung des Mobiliars umschob, bis für unseren Mini der optimale Unterbau gefunden war. Doch das Schwitzen hatte sich gelohnt. Denn es kamen nicht allein Pressevertreter; es hatten sich auch Freunde und Unterstützer eingefunden, wie etwa Industriedesigner Norbert Corsten (cadfile), Michael Hünerbein (Modellbahn Hünerbein), Torsten Rehberg (todo IT) oder Achim Rodtheut (Do it soccer university). Und vor allem die "Alemannia-Familie" ließ sich nicht lumpen, allen voran Alemannia Präsident Horst Heinrichs, der trotz Stau im Terminkalender Zeit für den Mini-Tivoli gefunden hatte. Nun, ihm gegenüber hatten wir bei einer ersten Zusammenkunft immerhin zwei Dinge versprochen: Wir wollten beharrlich weiterbauen und ihm beim nächsten Treffen eine Miniaturversion seiner selbst nebst Gattin übergeben. An diesem Abend konnten wir unser etwas vollmundiges Versprechen einlösen. Da war er, unser Baufortschritt, ach ja, und den Präsidenten en miniature nebst Begleitung hatten wir ebenfalls dabei (Foto unten auf der Seite). Dass Professor Heinrichs dann die Miniaturen feinmotorisch auf die Sparkassentribüne zu kleben wusste, ohne einen Meteoriteneinschlag unter der Sparkassen-Uhr zu provozieren, löste einen ersten ernstgemeinten Applaus der Anwesenden aus. Auch sonst dürfen wir sagen, dass uns der Professor durch seine sympathischen Aufmunterungen zu einem echten "Spiritus Rector" auf diesem modellbauerischen Marathon geworden ist. Ebenso efreut waren wir aber auch über Interesse und Lob aus dem Team: Dieter Hecking, Alex Klitzpera, Reiner Plaßhenrich, Goran Sukalo und Kristian Nicht hatten sich vom nahgelegenen Trainingsplatz zum Mini-Tivoli begeben, um sich diese Miniatur ihres Arbeitsplatzes einmal näher zu betrachten. Und das beweist wohl nachdrücklich, dass nicht nur Fans vom Tivoli nicht genug bekommen können. Interessant war an diesem Abend eigentlich auch zu hören, dass jeder, egal ob Spieler oder interessierter Betrachter, beim Anschauen des Modells spontan Assoziationen zu eigenen Momenten am Tivoli äußerte und darüber bald ein reger Meiungsaustausch entstand. "Ja, da stehe ich immer" oder "da oben, das bin wohl ich?" und "hier haben wir schon viele tolle Momente erlebt". Das zeigt uns einmal mehr, wie groß die emotionale Wirkung eines dreidimensionalen konkreten Modells trotz aller virtuellen Realitäten noch immer ist. In jedem Fall hat uns dieser Halbzeit-Abend beim großen Bruder Tivoli viel Auftrieb für die nächsten 45 Minuten, pardon, Wochen (o. Gewähr) gegeben. So hat dann Mini schon wieder etwas vom Maxi erhalten.
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